Jagdhornbläserkurse an der Musikschule der Stadt Löhne
Wieder neue Einsteigerkurse für Fürst-Pless-Horn und Parforcehorn an der Musikschule der Stadt Löhne
Ab September 2025 gibt es in der Musikschule der Stadt Löhne wieder neue Kurse im Jagdhornblasen. Der Unterricht findet einmal wöchentlich in Kleingruppen à 60 Minuten statt. Der Einsteigerkurs für das Fürst-Pless-Horn dauert zunächst 8 Wochen, in denen die ersten einfachen Signale geübt werden. Danach besteht die Möglichkeit, den Kurs bis zu einem halben Jahr fortzusetzen, um in den wichtigsten jagdlich-bläserischen Situationen mithalten zu können. Nach diesem Halbjahreskurs wird die Prüfung für die Erlangung des Bläserhutabzeichens des LJV NRW angeboten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Kursteilnehmer können sich entscheiden, ob sie Noten lernen wollen oder nicht. Unterrichtet wird nach der neuen Methode „Halali – die Jagdhornschule“ von Gerhard Sowa. Die Lehrgangsteilnehmer benutzen ein Heft und eine Übe-CD, auf der alle Lektionen vorgeblasen werden. Insofern funktioniert der Kurs auch ohne Noten. Start ist Dienstag, der 16.09.2025 um 18:00 Uhr.
Ein weiterer Lehrgang schult fortgeschrittene Pless-Horn- und Parforcehornbläser*innen in anspruchsvollen Signalen und führt in das mehrstimmige Blasen, sowie in Vortragsstücke ein. Am Ende des viermonatigen Lehrgangs besteht die Möglichkeit, an einer CD-Produktion im Studio der Musikschule teilzunehmen. Der Kurs beginnt ebenfalls am Dienstag, den 17.09.2025 um 19:00 Uhr. Lehrgangsleiter ist der Verfasser der Jagdhornschule und Obmann für das jagdliche Brauchtum der KJS Herford, Diplommusiklehrer Gerhard Sowa.
Anmeldungen und Infoflyer unter musikschule.loehne.de, per E-Mail: musikschule@loehne.de oder Telefon 05732-100700.
7 Jagdhornbläser erhielten das Bläserhutabzeichen in der KJS Herford
Bereits seit 2009 führt die KJS Herford jährlich Bläserhutabzeichen Prüfungen durch.
Am 29. April 2025 stellten sich 7 Jagdhornbläser*innen auf dem Schießstand der KJS in Vlotho-Exter wieder einer Prüfungskommission, bestehend aus unserem ersten Vorsitzenden Matthias Ebmeyer, Udo Schlüter, Bläserobmann im Hegering Brakel und Gerhard Sowa, unser Obmann für das jagdliche Brauchtum.
Alle Teilnehmer wurden in den Kursen der Musikschule der Stadt Löhne unter Anleitung von Gerhard Sowa unterrichtet. Alle Prüflinge waren topfit zur Prüfung angetreten und bestanden die Prüfung ohne Beanstandung.

Über das Bläserhutabzeichen freuten sich: Robin Bergmeyer, Meik Blöbaum, Julius Fischer, Mareike Köstermeyer, Armin Kuschel, Matthias Loepke und Christian Puls.
Jagdliches Brauchtum
Das Jagdliche Brauchtum
Das jagdliche Brauchtum ist und bleibt unverzichtbarer Bestandteil der Jagdausübung.
Jägersprache, Bruchzeichen, das Jagdhornblasen und Gepflogenheiten zum waidgerechten Jagen entstammen einer gewachsenen Tradition und sind Ausdruck eines hohen Kulturgutes.
Die Jägersprache ist keine Sprache im eigentlichen Sinne, da sie keine eigene Grammatik hat. Sie ist eher eine Fachterminologie, aber eine besondere. Sprachwissenschaftler halten neben der Verständigung zwischen Mutter und Kind die Jägersprache für die Wurzel der menschlichen Sprachentwicklung, denn für den Jagderfolg in der Frühzeit der Menschheit war eine gut organisierte Verständigung unbedingt erforderlich. Somit ist Jägersprache als älteste Fachsprache zu bezeichnen. Sie wird unter Jägern benutzt, jedoch nicht im Umgang mit Nichtjägern, obwohl viele gebräuchliche Redewendungen umgangssprachlich verwendet werden, wie z. B. “Jemanden… zur Sau machen, …auf´s Korn nehmen, ..durch die Lappen gehen, .. loseisen”.
Auch jagdliches Brauchtum unterliegt Veränderungen. So werden vor allem die Bruchzeichen als Mitteilungsmittel von Trassierbändern und gesprühten Markierungen abgelöst, was ökologisch nicht immer wünschenswert ist.
Dagegen ist das Jagdhornblasen zur Verständigung auf Gesellschaftsjagden nach wie vor unersetzlich. Handys und Funkgeräte sind nicht in der Lage diese unmittelbare, direkte und für alle Beteiligten gleichzeitig wahrnehmbare Nachrichtenübermittlung sicherzustellen.
Darüber hinaus ist das Verblasen der Strecke nicht nur Ausdruck der Achtung vor dem Wild, sondern schafft auch eine besondere Atmosphäre, die die Einzigartigkeit des Waidwerks unterstreicht. Im Kreis Herford gibt es zur Zeit 5 Bläsergruppen mit über 100 aktiven Bläsern. An der Musikschule in Löhne finden in jedem Jahr ab September Einsteiger- und Fortgeschrittenenkurse statt. Die (Jung-)Bläser legen in der Regel nach einem halben Jahr Ausbildung die Prüfung zum Bläserhutabzeichen ab und können sich danach einer der Bläsergruppen anschließen. Interessenten sind herzlich willkommen.
Zum jagdlichen Brauchtum gehört aber nicht nur die Ethik der Jagd, die Jägersprache, das Verhalten gegenüber dem Wild und die Jagdhornbläserei, sondern beispielsweise auch Jägerlatein, Aberglaube, Waidgeschrei, Schüsseltreiben und Jagdgericht. Denn Jagd ist nicht ausschließlich eine ernste Angelegenheit.
Jagdliches Brauchtum wird demnach im gesamten jagdpraktischen Ablauf “gebraucht”. Jagdliches Brauchtum, das sind auch die mehr oder weniger ungeschriebenen Gesetze in der Haltung gegenüber dem Wild und im Umgang der Jägerschaft untereinander.
Gerhard Sowa
Obmann für jagdliches Brauchtum
Telefon 05732/71814
